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TU Dresden
Ein gemeinsames Projekt mit Uni Leipzig DE EN
Gruppenbild der Teilnehmer:innen der dritten "Touch Sensing and Processing Summer School" 2026

17.09.2026

Die „Touch Sensing and Processing Summer School“ kehrt zum dritten Mal in die Sächsische Schweiz zurück

Im August dieses Jahres fand zum dritten Mal die „Touch Sensing and Processing Summer School“ (TSPSS) statt, die erneut die internationale Forschungsgemeinschaft im Bereich der Berührungssensorik in der Nähe von Dresden zusammenbrachte. Fünf Tage lang trafen sich 26 Teilnehmer:innen aus 16 Nationen in der Sächsischen Schweiz, um sich über taktile Wahrnehmung und Verarbeitung in der Robotik auszutauschen. Mit Unterstützung von SECAI seit dem ersten Jahr hat Fellow Roberto Calandra die Sommerschule als jährliche Veranstaltung für Nachwuchswissenschaftler:innen und führende Expert:innen etabliert, die ein gemeinsames Interesse daran haben, Maschinen einen Tastsinn zu verleihen.

Taktile Sensoren gelten weithin als Schlüsseltechnologie für den nächsten Durchbruch in der Roboterhandhabung: Während Computer den Menschen bei vielen kognitiv anspruchsvollen Aufgaben bereits übertreffen, tun sie sich nach wie vor schwer mit der Art von geschickter, körperlicher Interaktion, die für uns selbstverständlich ist. Reine Bilddaten reichen nicht aus, um Eigenschaften wie Oberflächenstruktur, Gewicht oder Härte zu erfassen, weshalb der Bereich der taktilen Sensorik kontinuierlich wächst, auch wenn die Forschung auf diesem Gebiet im Verhältnis zu ihrer Bedeutung noch vergleichsweise überschaubar ist. Das diesjährige wissenschaftliche Programm wurde von Calogero Maria Oddo (Scuola Superiore Sant’Anna) eröffnet, der über die Wissenschaft und Technik des Tastsinns in der Biorobotik und Bionik sprach und betonte, wie sehr der Fortschritt auf diesem Gebiet von einem engen Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und Technik abhängt.

Anschließend hielt Aviv Tamar (Technion) einen Vortrag über Reinforcement Learning unter partieller Beobachtbarkeit und künstlicher Palpation und stellte dabei einen Bezug zu Anwendungen in der Brustkrebserkennung her. Im weiteren Verlauf der Woche stellte Robert Haschke (Universität Bielefeld) seine Arbeit zu piezoresistiven und barometrischen Tastsensoren sowie deren Einsatz bei taktiler Regelung und vibrationsbasierter Rutscherkennung vor, während Edward Adelson (MIT) bildbasierte Tastsensoren erörterte, Parallelgreifer und humanoide Hände verglich und einen Ausblick auf die Zukunft der Roboterfingerspitzen gab. Lorenzo Jamone (University College London) sprach über die Intelligenz der Hand und darüber, wie der Tastsinn bei einer Vielzahl von Roboteraufgaben genutzt werden kann, und Avishai Sintov (Universität Tel Aviv) beendete die Vortragsreihe mit einem Vortrag über die Manipulation mit nachgiebigen Händen, einschließlich des Umgangs mit verformbaren linearen Objekten und der Übergabe von Objekten vom Roboter an den Menschen. Eine praktische Übung mit dem taktilen Sensor DIGIT bot den Teilnehmer:innen die Möglichkeit, einige dieser Konzepte selbst in die Praxis umzusetzen.

Über den Hörsaal hinaus bot die Sommerschule erneut Raum für informellen Austausch. Eine Wanderung entlang des ersten Abschnitts des Malerwegs, von Liebethal vorbei am Richard-Wagner-Denkmal bis zu den spektakulären Felsformationen der Bastei, gab den Teilnehmer:innen die Gelegenheit, Forschungsideen zu diskutieren, während sie durch die Landschaft der Sächsischen Schweiz wanderten, bevor die Gruppe am Abend weiter nach Dresden fuhr. Bei einem Grillabend und einer Postersession konnten die Forscher:innen ihre eigenen Arbeiten vorstellen und beim Abendessen fachlich diskutieren; eine Podiumsdiskussion brachte alle Referent:innen der Woche zusammen, um Fragen aus dem Publikum zu beantworten, und ein geselliges Abendessen in einer örtlichen Brauerei rundete das Wochenprogramm ab.

Nach nunmehr drei Ausgaben hat sich die „Touch Sensing and Processing Summer School“ zu einem festen Treffpunkt für eine Forschungsgemeinschaft entwickelt, die nach eigenen Angaben enorm von genau dieser Art des engen und kontinuierlichen Austauschs profitiert. Jedes Jahr bringt sie Teilnehmer:innen aus aller Welt zusammen und schafft so weiterhin Verbindungen zwischen vielversprechenden Nachwuchsforscher:innen und den führenden Köpfen des Fachgebiets, während sie gleichzeitig die Bindungen innerhalb einer Gemeinschaft stärkt, die sich mit einem der schwierigsten ungelösten Probleme der Robotik befasst. Die Forschungsgemeinschaft im Bereich der Tastsensorik kann sich auf eine vierte Ausgabe der TSPSS im Jahr 2027 freuen.