© Ludwig Schmutzler
07.09.2026
Louis Gröger erhält Kontron AIS-Preis für den besten Bachelorabschluss
Im Rahmen der Projektschau OUTPUT.DD 2026 der Fakultät Informatik der TU Dresden wurde die Bachelorarbeit des SECAI-Stipendiaten Louis Gröger als bester Bachelorabschluss im Bereich Informatik ausgezeichnet. Mit dem Kontron AIS-Preis würdigt die Dresdner IT-Firma Kontron AIS GmbH herausragende wissenschaftliche Leistungen im Studium und eröffnet angehenden IT-Talenten zugleich attraktive berufliche Perspektiven.
In seiner Bachelorarbeit zum Thema „Theoretical Foundations for Chasing Disjunctive Existential Rules with ASP“ beschäftigt sich Louis Gröger mit der Frage, wie sich die disjunktive Skolem-Chase mithilfe von Answer Set Programming (ASP) simulieren lässt. Die disjunktive Chase ist ein korrekter und vollständiger, jedoch potenziell nicht terminierender Prozess zur Konstruktion universeller Modellmengen einer Wissensbasis. Aufgrund des durch Disjunktionen entstehenden Nichtdeterminismus kann ihre Berechnung jedoch zeit- und speicherintensiv sein. Da aktuelle Inferenzsysteme Disjunktionen nicht direkt unterstützen, untersucht die Arbeit den Einsatz von ASP als alternativen Ansatz. Hierzu führt Louis Gröger eine Relation, genannt stable model correspondence, ein, die einen systematischen Vergleich zwischen Chase-Ergebnissen und den Ergebnissen von ASP-Programmen ermöglicht. Darauf aufbauend entwickelt er eine Übersetzungstechnik, mit der sich Wissensbasen in disjunktive ASP-Programme überführen lassen, und zeigt formal, dass die resultierenden ASP-Ergebnisse mit den entsprechenden Chase-Ergebnissen äquivalent betrachtet werden können. Damit schafft die Arbeit eine theoretische Grundlage dafür, die disjunktive Skolem-Chase künftig mithilfe von ASP zu simulieren und so deren praktische Berechnung zu ermöglichen.
Seit dem Wintersemester 2025 studiert Louis Gröger im Master Computer Science an der TU Dresden und erhält aufgrund seiner herausragenden Leistungen das SECAI-Stipendium. „Für das Stipendium habe ich mich beworben, da es sehr gut in mein Interessengebiet passt und es mir die nötigen Mittel gibt, um mich als zukünftiger Forscher zu entfalten, sowie mich in meinem Master voll und ganz auf mein Studium zu konzentrieren,“ erzählt Louis Gröger. Auch im Master möchte er sich weiterhin auf die theoretischen und mathematischen Grundlagen der Informatik konzentrieren und sein Wissen insbesondere im Bereich der symbolischen Künstlichen Intelligenz und Wissensrepräsentation vertiefen.
Für das Sommersemester 2027 plant Louis Gröger ein Auslandssemester in Korea, bei dessen Vorbereitung und Durchführung er durch SECAI unterstützt wird. Auch langfristig möchte er der Forschung verbunden bleiben: Nach Abschluss seines Masterstudiums strebt er eine Promotion an, um seine wissenschaftliche Arbeit im Bereich der theoretischen und symbolischen Informatik fortzusetzen.