18.05.2026
Recht, Demokratie und KI: Charlotte Langer bei der Wissenschaftlichen Tagung der Hans-Böckler-Stiftung
SECAI-Doktorandin Charlotte Langer nahm an der diesjährigen Wissenschaftlichen Tagung der Promovierenden der Hans-Böckler-Stiftung in Bochum teil. Diese stand unter dem Motto „Recht, Staat und Demokratie: Grundlagen der Freiheit im Europa des 21. Jahrhunderts“. Im Rahmen eines interdisziplinären Panels zum Thema Wissen und Ungewissheit stellte sie ihre Arbeit zu KI-Nutzung in der öffentlichen Verwaltung und den damit verbundenen Herausforderungen und Chancen für Demokratie und Rechtsstaat vor.
Interdisziplinarität ist ein zentraler Wert von SECAI. Dieser wurde auch bei der diesjährigen Wissenschaftlichen Tagung der Promovierenden der Hans-Böckler-Stiftung vom 14. bis 16. April in Bochum groß geschrieben. Mit einem fachlich breit gefächerten Publikum aus den Rechts-, Politik- und Sozialwissenschaften sowie aus Theologie, Psychologie, Philosophie und Geschichte wurden aktuelle und künftige Herausforderungen für Demokratie und Rechtsstaat diskutiert. Die Tagung als solche war dabei bereits darauf ausgelegt, den Streit als Dreh- und Angelpunkt demokratischen Austauschs – fair, konstruktiv und auf Augenhöhe – in den Mittelpunkt zu stellen. So wurden die im Rahmen einzelner Vorträge vorgestellten Forschungsergebnisse und Überlegungen anschließend mit dem Publikum rege diskutiert. So entstanden lebhafte, produktive Auseinandersetzungen über Grundprinzipien des Rechts und der Demokratie aus vielerlei Perspektiven, die auch abseits der Fachvorträge weitergetragen wurden und zu neuen Lösungsansätzen anregen.
Als zentrale Zukunftsherausforderung für Staat und Gesellschaft wurde auch künstliche Intelligenz in ihren vielen Erscheinungsformen diskutiert. So stellte der Vortrag von Charlotte Langer zunächst technologische Grundlagen und die daraus resultierenden Herausforderungen für das Recht und den demokratischen Meinungsbildungs- und Diskussionsprozess dar. Sie legte so den Grundstein für eine anschließende Abwägung zwischen Möglichkeiten und Gefahren des technologischen Fortschritts für die freiheitlich-demokratische Gesellschaft im 21. Jahrhundert.
Über Charlotte Langer
Charlotte Langer studierte Rechtswissenschaft in Freiburg und Leipzig mit Schwerpunkt im Völker- und Europarecht und in den Menschenrechten. Sie ist nunmehr Volljuristin und forscht bei Fellow Prof. Stephanie Schiedermair an der Schnittstelle von Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht und Digitalisierung. Ihre Dissertation analysiert verfassungsrechtliche Fragen der KI-Nutzung in der öffentlichen Verwaltung. Weitere Forschungsprojekte befassten sich mit juristischen Fragen von KI-gestützter Zielauswahl in bewaffneten Konflikten, mit Macht- und Verantwortungsverteilungen im digitalisierten Staat sowie mit den Grenzen der Automatisierung der Verwaltung. Zudem wirkte sie in Kollaboration mit Prof. Cristina Fraenkel-Haeberle vom Forschungsinstitut für Öffentliche Verwaltung Speyer an der Erstellung eines umfangreichen rechtsvergleichenden Werkes zu praktischen KI-Anwendungen im öffentlichen Dienst mit.